Wie Ida in den letzten zwei Jahren zu sich selbst gefunden hat

Dieser Beitrag/diese Folge ist ein Update: Ida war schon vor fast zwei Jahren bei uns zu Gast und hat erzählt, wie es dazu kam, dass sie ihr Pferd Fiola wieder verkaufen musste, obwohl sie sie auf keinen Fall abgeben wollte. Die ganze Geschichte kannst du dir hier anhören. Idas Geschichte hat uns sehr berührt, und wir haben oft an sie gedacht. Jetzt hat sie sich noch einmal bei uns gemeldet, denn es gibt ein wichtiges Update zu ihrer Geschichte.

Das komplette Gespräch findest du hier:

Ein Neuanfang, mit allem, was dazugehört

Seit wir das letzte Mal mit Ida gesprochen haben, ist ihr ganzes Leben in Bewegung geraten. Sie ist zum ersten Mal von zu Hause ausgezogen, hat sich neu verliebt, neue Freund:innen gefunden und ein Stück weit einfach das Leben gelebt. Nicht alles davon war leicht: Eine Trennung gehörte genauso dazu wie die Struggle mit ihrem Studium. Aber wenn man ihr zuhört, merkt man: Das ist gerade nicht der wichtigste Punkt. Sie klingt so viel glücklicher, freier und angekommener als noch bei unserem letzten Gespräch.

Der Tag, an dem Fiola wieder nach Hause kam

Und dann ist da ja noch dieser eine Moment, um den sich eigentlich alles dreht: Nach sechs Jahren hat Ida ihr Pferd Fiola zurückbekommen. Was dazwischenlag, war ein langes Auf und Ab mit der Zwischenbesitzerin, immer wieder Kontakt, immer wieder Stille, bis vor zwei Monaten endlich alles passte. Ida erzählt uns, wie sie den ganzen Abholtag über wie ferngesteuert funktioniert hat, fast wie im Autopilot. Und dann stand Fiola bei ihr zu Hause, blieb ruhig, und alles brach auf einmal aus Ida heraus: Sie hat einfach nur noch geweint, vor Erleichterung, vor Glück, weil sechs Jahre Warten in diesem einen Moment endlich ein Ende hatten.

Warum dieses eine Pferd einfach alles verändert

Leider blieb es nicht ganz so sorgenfrei: Fiola kam mit massivem Übergewicht und einem Reheschub zurück. Das bedeutet eine Menge Sorgen, Management und natürlich auch Kosten. Aber all das nimmt Ida auf sich, sie sagt: „Ich habe gar keinen Druck, wenn ich mit ihr bin […]. Ich will nur, dass ihr besser geht.“ An einem lauten, stressigen Turniertag am Stall wurde ihr das noch einmal ganz besonders bewusst: „Ich habe mich einfach neben sie in die Box gesetzt und ich musste nichts machen. Es war einfach gut und ruhig.“ Genau da spürt sie besonders, worum es die ganze Zeit eigentlich ging: um dieses eine, ganz bestimmte Tier, das ihr so lange gefehlt hat.

Ein Geheimnis, das Ida noch für sich behält

Eine große Sorge gibt es für Ida trotzdem noch: Wie reagieren ihre Eltern, wenn sie erfahren, dass Ida ihr Pferd zurückgekauft hat? Ihnen hat Ida bisher noch nichts davon erzählt. Das schwierige Verhältnis zwischen ihnen und besonders zum Thema Pferd war schon in der ersten Folge ein Thema und gerade jetzt, wo bei ihren Eltern ohnehin schon einiges los ist, möchte Ida ihnen nicht noch einen zusätzlichen Grund zur Sorge geben, nur ihr Bruder weiß Bescheid. Ida weiß, dass die Bombe irgendwann platzen wird. Bis dahin genießt sie einfach die Zeit mit ihrem Pferd, ganz für sich.

Was uns am meisten hängen geblieben ist

Im Vergleich zu vor eineinhalb, zwei Jahren wirkt Ida wie ein anderer Mensch, man merkt einfach, wie viel besser es ihr seit unserem letzten Gespräch geht. Sie selbst führt das vor allem auf ihren Auszug zurück: „dieses von zu Hause ausziehen, das hat so viel gemacht mit meinem Selbstwert“. Bereits die erste Folge mit Ida gehört für uns zu den Gesprächen, die uns am meisten berührt haben und aus dieser wird so deutlich, wie egal am Ende alles Drumherum ist, wenn es um die Liebe zu einem einzigen Pferd geht.

Hast du auch eine so besondere Geschichte zu (d)einem Pferd? Teil sie gern mit mir!

Die erwähnte erste Folge mit Ida
→[Die Folge zum Thema Trauer ums Pferd](https://psycholohue.podigee.io/22-konnen-pferde-menschen-tatsachlich-wiedererkennen)

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